10 Tipps zum Vollwärmeschutz

10 Tipps zum Vollwärmeschutz

In den letzten 30- 35 Jahren hat der Vollwärmeschutz an Neubauten, aber auch an bestehenden Gebäuden immer mehr an Beliebtheit gewonnen. Speziell im Zeitalter der Energieeinsparung erfreuen wir uns an immer besser  gedämmten Haus- und Fassadenflächen sowie an den dadurch erzielten Heizkostenersparnissen. Viele der privaten Häuslbauer stellen den Vollwärmeschutz an Ihrem Haus persönlich her. Was kann da schon dabei sein, ein paar Platten an die Fassade zu kleben, ein Netz einzuspachteln und zu verputzen? Leider stellt sich die Problematik des Gewerkes etwas komplexer dar, als es im Vorfeld scheint. Sogar ausführende Firmen sind hier oft unzureichend geschult und legen auf wichtige Details oft zu wenig Wert.

Auf Grund meiner langjährigen Praxis im Bereich der Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) darf ich Ihnen ein paar Punkte näher bringen, die Sie vor Beginn der Arbeiten auf alle Fälle berücksichtigen-, bzw. mit ihrem Verarbeiter vor Auftragserteilung unbedingt abklären sollten.

10 Tipps zum Vollwärmeschutz:

  1. Erstellen Sie vor Beginn der Arbeiten immer einen Energieausweis. Nur wenn die Materialien und Dämmstärken auf die Bauweise und die Nutzung abgestimmt sind, ist gewährleistet, dass nachträglich keine Spätfolgen durch Kondensat, wie Schimmel und/oder morsche Holzteile im Anschlussbereich auftreten und Sie die bestmögliche Energieeinsparung erzielen.
  2. Stellen Sie sicher, dass nur systemgeprüfte Materialien von einem Hersteller verwendet werden. Mischen der unterschiedlichen Materialien von verschiedenen Herstellern ist verboten.
  3. Fassaden müssen Staubfrei- und Trocken sein. Speziell bei Neubauten ist sicherzustellen, dass die Fassade zum einen vor Witterung – und zum anderen vor nachträglicher Durchnässung geschützte ist. Innenputz- und  Estrich ist vor Beginn des Vollwärmeschutzes herzustellen und austrocknen zu lassen. Bei Sanierungen ist die bestehende Fassade zu reinigen und ein Tiefengrund aufzubringen.
  4. Die Dämmplatten sind immer im „Rand- Wulst- System“ mit 3 zusätzlichen Klebepunkten in der Plattenmitte anzubringen. Mind. 40% der Platte muss nach Anbringen am Wandbildner mit Kleber bedeckt sein. Durch das Rand- Wulst- Verfahren wird die Kaminwirkung verhindert (wichtig im Brandfall) und die Wärmedämmung durch „ruhende Luft“ optimiert.
  5. Im Sockel- und im Spritzwasserbereich, wie Anschlüsse zu Balkonkragplatten, oder Garagendächer, ist immer auf einer Höhe von mind. 30 cm eine extrudierte Platte zu verwenden.
  6. An allen Fremdanschlüssen, wie Vordächer, Betonkragplatten, Fenstersohlbleche, Eisen- oder Holzgeländer etc.  sind vorkomprimierte Fugenbänder einzuarbeiten. Diese nehmen die verschiedenen Materialspannungen auf und verhindern Rissbildung und den dadurch entstehenden Wassereintritt und der dadurch resultierenden Schäden.
  7. An den Fenstersohlblechen ist immer eine 2. Dichtungsebene zur zusätzlichen Entwässerung vorzusehen. Siehe hier auch meinen Blog zur 2. Dichtungsebene.
  8. Fensteranschlüsse sind immer mit einer Fensteranputzleiste auszuführen. Hier gibt es verschiedenste Varianten. Bei geklebten Leisten ist auf alle Fälle sicherzustellen, dass ein „Haftprimer“ zu kraftschlüssigen und schlagregensicheren Ausführung zwischen Vollwärmeschutz und dem Fenster- und Türstock gegeben ist.
  9. Die Schichtstärke des Unterputzes (Kleber inkl. Gewebeeinlage auf die Dämmplatten) muss einen Nenndicke von 3mm aufweisen. Dies kann man durch die verbrauchten Klebersäcke, relativ einfach kontrolliert werden. In der Regel liegt hier der Verbrauch bei ca. 6kg/m². Beispiel: Bei einem Einfamilienhaus von rund 300m² wäre hier ein Verbrauch von rund 1.800 kg notwendig. Das Gewebe liegt in der Mitte des Unterputzes.
  10. Eine zum System geeignete Grundierung zwischen Unter- und Oberputz verhindert Fleckenbildung und wird dadurch eine homogenere Oberfläche erzielt. Auch Staub und Schmutzpartikel werden gebunden und ergeben einen tragfähigen Untergrund

Natürlich gibt es noch viele  verschiedenste Punkte die hier erwähnt werden müssten. Aber  alle wichtigen Punkte anzuführen, würde doch den Rahmen dieser Seite sprengen. Wenn Sie jedoch mehr erfahren wollen, rufen Sie mich an oder kontaktieren Sie mich. Als Fachmann mit über 30 Jahren Erfahrung in Sachen Vollwärmeschutz begleite und kontrolliere ich gerne den Arbeitsfortschritt und stelle sicher, dass Sie auch jene Qualität bekommen die Sie erwarten und bezahlen.

 Wir können stehts fühlen, was recht ist, aber nicht immer wissen, was möglich ist

This article has 3 comments

  1. Mia Reply

    Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Die systemischen Zeichnungen zur Sanierung und dem Vollwärmeschutz haben mir gut gefallen. Das Bild etwas unscharf aber es geht noch abzulesen.

  2. Mia Reply

    Danke für die guten Tipps zum Vollwärmeschutz. Bekannte hatte neulich ihr Haus gedämmt. Jetzt haben sie sehen können wie viel Energie sie nach dem letzten Winter eingespart haben.

  3. Ferdinand Schneider Reply

    Ich arbeite daran, mein Zuhause nachhaltiger zu gestalten. Ich habe bereits eine Doppelverglasung eingebaut. Jetzt möchte ich die Fassade isolieren. Deswegen finde ich diese Tipps zum Vollwärmeschutz sehr praktisch. Gut zu wissen, dass 40% der Dämmplatten mit Kleber bedeckt sein sollten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.